Presse

DCV-Zukunftstag: Coaching professionalisieren - (wie) geht das?

Kategorie:

Am 24. März fand im Anschluss an die Mitgliederversammlung in Düsseldorf der diesjährige DCV-Zukunftstag statt. Dieses Mal drehte sich alles um die ‚Professionalisierung von Coaching‘ und damit auch um die Zukunft des ‚Berufsbildes Coach‘.

Als erstes referierte die Soziologin und Psychologin Dr. Beate Fietze von der Humboldt-Universität Berlin (Institut für Sozialwissenschaften) zum Thema. Dr. Fietze ist Leiterin eines professionssoziologischen Forschungsprojektes zur Professionalisierung von Coaching mit dem Titel ‚Coaching the Coach?‘ Zu den Zielen des Projektes hier ein Auszug aus dem Zwischenbericht:
„Das Ziel des Forschungsprojektes ist die Untersuchung der Professionalisierungsprozesse neuer Beratungsformen insbesondere des Professionalisierungsprojekts ‚Coaching‘. Mit Bezugnahme auf die aktuelle professionssoziologische Diskussion wird der Frage nachgegangen, ob Coaching gegenwärtig die Schwelle zur Etablierung einer neuen Profession überschreitet. Aus professionssoziologischer Sicht entscheidet sich der Erfolg des Professionalisierungsprojektes an der Fähigkeit der Coachinganbieter, für Coaching eine exklusive Zuständigkeit reklamieren zu können. Als Bedingung für die Ausdifferenzierung einer neuen Zuständigkeit muss sich Coaching im „System of Professions“ (Abbott 1988) gegenüber potenziell konkurrierenden Zuständigkeitsansprüchen konzeptionell abgrenzen und den darauf bezogenen Anspruch gesellschaftlich durchsetzen. Im Zentrum dieser Untersuchung steht deshalb die Analyse der von den Berufsverbänden formulierten Coachingkonzepte.“
Neben anderen Ansätzen soll mit Hilfe einer vergleichenden Analyse der Coachingkonzepte der national wie international organisierten Berufsverbände (also auch des DCV) im deutschsprachigen Raum die „manifeste wie latente „mindmap“ der sich herauskristallisierenden neuen Beratungsform „Coaching“ herausgearbeitet werden“. Dabei soll nicht nur der „kleinste gemeinsame Nenner“ gesucht werden, sondern es soll zudem „das Spannungsfeld konkurrierender Auslegungen vermessen“ werden. Die empirische Analyse stützt sich zum großen Teil auf die schriftlich erarbeiteten Coachingkonzepte der Verbände. Zielsetzung: „Die vergleichende Inhaltsanalyse verspricht Einblicke in die konkreten Prozesse und Strategien der Ausdifferenzierung der neuen Profession Coaching gegenüber anderen bereits etablierten Beratungsberufen wie der Psychotherapie oder der Unternehmensberatung. Sie bietet zugleich einen systematischen Überblick über die inhaltlich begründete Binnendifferenzierung personenbezogener Beratungskonzepte wie Supervision, Coaching oder Organisationsberatung. … Durch die Analyse der Coachingkonzepte lässt sich an einem der dynamischsten Professionalisierungsprojekte der Gegenwart darüber hinaus die soziale Konstruktion aktueller gesellschaftlicher Problemwahrnehmung rekonstruieren: Denn die Herausarbeitung der behaupteten Problemlösungskompetenz von Coaching erlaubt nicht nur Rückschlüsse auf die Funktion von Coaching in der modernen Arbeitswelt, sondern auch auf die veränderten Ansprüche an den Einzelnen in der Arbeitswelt selbst. Die Analyse dieser spezifischen Anforderungen, die zur Nachfrage nach Coaching führen, bietet zudem wichtige Anhaltspunkte für eine Einschätzung der langfristigen Erfolgsaussichten der weiteren Professionalisierung von Coaching.“ Dr. Fietze plädierte für eine fortschreitende Akademisierung des Berufsbildes bzw. der Profession ‚Coaching‘ an sich.

Im Rahmen des Zukunftstages folgte nun eine erste Diskussion über diesen theoretischen Teil, der in zwei Runden Brainstorming nach der ‚Open Space‘-Methode mündete. Während der in verschiedenen Räumen stattfindenden Ideensammlungen und Diskussionen wurden viele Fragen aufgeworfen. Diese drehten sich zu einem großen Teil um die Fragestellung, wie in diesem Zusammenhang Ausbildung und (DCV-)Zertifizierung zu bewerten sind. Konkret stand z.B. im Raum: Da schon jetzt DCV-zertifizierte Ausbildungen in Konkurrenz zu Angeboten verschiedener Unis und Fachhochschulen stehen: „Reichen 200 Stunden Ausbildung, um als Profession ernst genommen zu werden?“ Bei stärkerer Forschung an den Hochschulen: „Wie viel Akademisierung ist notwendig? Wie lassen sich Ausbildungen evaluieren? Wie können Wirkungs- und Wirksamkeitsforschungen bzw. die Ergebnisse hieraus in Ausbildungen integriert werden?“ Mit steigenden Ansprüchen an Vorbildung usw. dürfte voraussichtlich die Zahl der Bewerber und Interessierten abnehmen. Wie gehen wir damit um oder beispielsweise auch mit denen, die nur eine ‚Coaching light‘-Variante lernen wollen?

Ein weiteres Schwerpunktthema war zudem: „Mit wem wollen wir uns vergleichen?“ Denn auch andere Berufsgruppen (wie Arbeitspsychologen, Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmensberater…) zeigen Interesse daran, Coaching zu einer ihnen untergeordneten Profession zu machen. Wie können wir dem begegnen? Dabei tauchte die Frage auf, welche Qualifikationen und/oder Eigenschaften denn überhaupt einen ‚guten‘ Coach ausmachen und wie man diese Kriterien messen kann (auch im Rahmen der Zertifizierung). Für welche Problemstellungen ist ein Coach zuständig?

Die Akademisierung, die zur stärkeren Professionalisierung führen dürfte, macht weitere Fragen notwendig: Wie können wir uns als Verband (beispielsweise durch Bildung spezieller Fachgruppen) in die wissenschaftliche Arbeit einbinden? Natürlich wurde auch die Verbandsgröße in diesem Zusammenhang weiter thematisiert. Denn nur ein starker Verband hat auch die Möglichkeit, sich stärker in die Debatten rund um die Professionalisierung einzubringen. Wie sich Wachstum erreichen lassen könnte, wurde im Laufe des Nachmittags ebenfalls diskutiert.

Fazit des Zukunftstages: Viele Fragen – (noch) relativ wenige Antworten! Klar ist jedoch, dass wir uns von Verbandsseite aus weiterhin in die Diskussion um die Professionalisierung des Berufes und die Akademisierung und deren positive wie negative Folgen einbringen müssen, um dauerhaft am Ball bleiben zu können. Hier ist jedes Verbandsmitglied gefordert!

(Susanne Koglin)

DCV Mentoringprogramm beginnt im August 2012

Kategorie:

Zum 1. August 2012 startet der DCV erneut sein einjähriges Mentoringprogramm zur Förderung von Nachwuchscoachs – Bewerbungen sind ab sofort möglich!

Mentoring ist ein Prozess, in dem der Mentor (Mentoring-Geber) die Karriere und die persönliche und fachliche Entwicklung seines Mentees (Mentoring-Nehmer) unterstützt. Ziel der ehrenamtlichen Unterstützung durch den Mentoren ist die Vermittlung von beruflichem wie persönlichem Erfahrungswissen. Der Mentee, der noch am Anfang seiner Coachkarriere steht, erhält dadurch einen besseren Einblick in die Berufswelt eines Coachs.

Bewerbungsprozess für Mentees (Mentoring-Nehmer):
Ordentliche und außerordentliche Mitglieder des DCV können sich als Mentee bewerben. Für ordentliche Mitglieder (DCV-zertifizierte Coachs), welche Vorrang für die Vergabe der Plätze genießen, entstehen für die Teilnahme Kosten in Höhe von 150 Euro. Für außerordentliche Mitglieder beträgt die Gebühr 500 Euro, wovon 200 Euro bei erfolgreicher Zertifizierung zum Coach (DCV) auf die Teilnahmegebühren gutgeschrieben werden.

Voraussetzung für die Teilnahme als außerordentliches Mitglied ist der Nachweis der Anmeldung zum Zertifizierungsverfahren. Die Bewerbung erfolgt schriftlich per E-Mail bis zum 1. Oktober 2012 mit einem Kurz-Profil und Angaben zur Qualifikation und Ausrichtung (methodisch, Zielgruppe etc.). Eine Aufnahmebestätigung erhalten die Mentees innerhalb von 4 bis 6 Wochen. Die Teilnahme am Programm ist einmalig, wobei sich Mentees für das Programm im Folgejahr erneut bewerben bzw. vormerken lassen können, wenn alle Plätze bereits belegt sind.

Bewerbungsprozess für Mentoren (Mentoring-Geber):
Seniorcoachs (DCV), Lehrcoachs (DCV) oder zertifizierte Coachs des DCV mit entsprechenden Voraussetzungen (entsprechend den Regelungen für die Zertifizierung als Seniorcoach) können sich jederzeit schriftlich per E-Mail als Mentor bewerben.

Weitere Informationen finden Sie im PDF.

AnhangGröße
dcv_mentoringprogramm_2012-07-10.pdf112.84 KB

Einige Gedanken zum Unterschied von Coaching und Supervision, von Anja Mumm (DCV) und Peter Schröder (DGfC)

Kategorie:

Die Deutsche Gesellschaft für Supervision erklärt, die Frage nach dem Unterschied von Coaching und Supervision sei „fachlich nicht entschieden“, und sie schreibt weiter: „Eine Bewertung der bisherigen Debatten weist möglicherweise darauf hin, dass die Suche nach einer Unterscheidung ein unmögliches Unterfangen zur Beantwortung einer ‚prinzipiell unentscheidbaren Frage‘ (Heinz von Foerster) darstellt.“ Deshalb betrachte die DGSv „die Fortführung einer Diskussion zur Differenz zwischen Supervision und Coaching als nicht gewinnbringend“. (journal supervision 3/2011) Das ist freilich doppelbödig: Vermutlich ist nur der Erkenntnisgewinn gemeint. Vielleicht aber auch noch ein anderer Gewinn: Die Feststellung könnte auch Teil einer gezielten Marketingstrategie sein, die darauf abzielt, Supervision in den klassischen Coachingfeldern besser als bisher zu platzieren.

Aber schon in der Nummer 4/2011 der Verbandszeitschrift kommt Widerspruch aus den eigenen Reihen und die Diskussion wird wieder neu eröffnet – und Heinz von Foerster schlägt zurück, denn er hat sein Wort von den „prinzipiell unentscheidbaren Fragen“ nur scheinbar paradox so verstanden, dass nur prinzipiell unentscheidbare Fragen solche sind, die wir entscheiden können, die anderen sind nämlich längst entschieden. Er schreibt: „Bei prinzipiell unentscheidbaren Fragen haben wir jeden Zwang - sogar den der Logik - abgeschüttelt, und haben mit der gewonnenen Freiheit auch die Verantwortung der Entscheidung übernommen.“ (1). Wenn die Frage nach der Unterscheidung von Supervision und Coaching eine prinzipiell unentscheidbare sein sollte, dann haben wir genau mit dieser Feststellung die Verantwortung übernommen, sie zu entscheiden – und auch dafür, sie nicht zu entscheiden.

Die Sicht der Dinge ist allemal eine Frage der Fokussierung. Und die Fokussierung richtet sich nach dem, was man sehen möchte – und was man übersehen möchte. Eine trennscharfe Betrachtung der Formate Coaching und Supervision dient aber letztendlich beiden Seiten, denn in beiden Formaten geht es um Fragen der Professionalisierung – mehr noch: um Fragen der Entstehung und Etablierung neuer Professionen. Professionalisierung in diesem Sinn beginnt damit, das eigene Format prägnant zu beschreiben, setzt dann voraus, dass das eigene Beratungskonzept in elaborierter Form dargestellt wird und erfordert drittens die Überprüfung des Konzeptes und seiner Wirksamkeit durch empirische Forschungen. Diesen Weg haben in den vergangenen Jahren sowohl Supervision als auch Coaching eingeschlagen. Die Prägnanz des Formates Coaching wird nicht dadurch befördert, dass solche Verbände Definitionen vornehmen, die sich zwar auch mit Coaching befassen, deren zentrale Formate aber Supervision, Training oder andere sind. Denn deren Interesse wird es am Ende immer sein, darauf hinzuweisen, Coaching sei nicht deutlich von den anderen Formaten zu unterscheiden, die der Verband vertritt. Es spricht – um der Professionalisierung willen – vieles dafür, dass die Verbände Coaching definieren, die sich eindeutig als Coachingverbände verstehen. Und Informationen werden bekanntlich eher dadurch generiert, dass man auf Unterschiede achtet, als dadurch, dass man Gemeinsamkeiten in den Blick nimmt. (Vgl. Bateson, „ein Unterschied, der einen Unterschied macht“)

Wenn man genau hinschaut, kann man sehr wohl relevante Unterschiede zwischen Coaching und Supervision wahrnehmen. Die liegen freilich nicht so sehr in der konkreten Beratungspraxis, sondern zunächst vor allem in den Kontexten, zu denen auch die unterschiedliche Geschichte der beiden Formate gehört. Supervision ist wesentlich älter als Coaching. Sie ist im Zusammenhang mit der Professionalisierung sozialer Arbeit im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstanden: die Hilfeleistung an die „worthy poor“ erforderte Kriterien und eine institutionalisierte Selbstreflexion sozialer Hilfssysteme. Eine zweite Quelle des Formates Supervision war die Lehr- und Kontrollanalyse, die Sigmund Freud zur Qualifizierung und Begleitung praktizierender Psychoanalytiker eingeführt hat. Das geschichtliche Erbe der Supervision ist ein Dreifaches: Zum einen ist sie im Feld der sozialen Arbeit zuhause - und noch heute vor allem in diesem Bereich etabliert und anschlussfähig. Zum anderen: Beide Quellen, die sozialarbeiterische und die psychotherapeutische Quelle speisten (und speisen noch!) den „Mainstream“ von Supervision: nämlich die Reflexion professioneller Beziehungen. Und zum dritten: Im Unterschied zu Coaching kommt Supervision „von unten“: aus der Arbeit mit Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, besonderer sozialer Unterstützung bedürfen. Geschichte erklärt nicht jedes Detail der Gegenwart, wohl aber liegt das Thema in der Ouvertüre und strukturiert den Fortgang des Werkes.

Coaching hat eine andere Geschichte: Es war zunächst im Sport beheimatet. Spitzensportler brauchten zur Leistungssteigerung über das rein physische Training hinaus auch „mentales“ Training, also eine umfassende Unterstützung durch einen Coach, die sich nicht auf rein sportliche Fragen beschränkte, sondern einen multiperspektivischen Blick auf die Situation warf. Es lag nahe, dieses Modell auf Menschen zu übertragen, die in anderen Bereichen besondere Spitzenleistungen bringen wollen. So fand das Coachingmodell Anwendung auf die Begleitung und Unterstützung von Topmanagern und anderen Führungskräften. Ziel war und ist auch hier die Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie die Sicherung der körperlichen und seelischen Stabilität. Ein Blick auf das geschichtliche Erbe von Coaching zeigt also ebenfalls ein Dreifaches: Zum einen ist es - neben dem des Sports - vor allem im Bereich von Wirtschaftsunternehmen zuhause, und hier speziell in der Personalentwicklung. In diesem Zusammenhang ist, das ist das Zweite, die „Performance-Steigerung“ ein zentrales Ziel. Und zum dritten kommt Coaching „von oben“: aus der Sphäre der Spitzensportler und Top-Manager.

Wer behaupten möchte, diese Kontexte seien für eine Unterscheidung von Supervision und Coaching nicht relevant, der müsste auch behaupten, unterschiedliche Biographien seien für das Verständnis zweier Menschen bedeutungslos. Supervision ist, in ihrer klassischen Form, professionelle Beziehungsreflexion mit Menschen, deren Beruf die Arbeit mit Menschen ist. Die konzeptionellen Ansätze sind dabei vielfältig: sie arbeiten tiefenpsychologisch an Fragen von Übertragung und Gegenübertragung, systemisch durch die Beobachtung der Auswirkungen unter Umständen geringfügiger Veränderungen, gestalttherapeutisch durch zum Beispiel die Fokussierung auf energetische Änderungen bei bestimmten Formen des Kontakts – um nur wenige supervisorische Konzepte zu nennen. Diese zentrale Beziehungsperspektive ist bis heute erhalten geblieben, wenn auch in den vergangenen zehn Jahren Fragen der Organisationsstrukturen deutlicher integriert worden sind. Coaching hat von Anfang an die Klienten im Kontext der sie umgebenden beruflichen Strukturen gesehen und bearbeitet bis heute vor allem Fragen, die im Kontext der Berufswelt entstehen. Auch die Unterstützung von Klienten durch fachbezogenen Input war immer schon ein integraler Bestandteil des Formates Coaching. In den letzten Jahren sind aber zunehmend auch Fragen der „work-life-balance“ in den Vordergrund getreten. Zudem gilt mittlerweile in der Managementliteratur der Grund-Lehrsatz: Führung ist Kommunikation. Das hat die Förderung von „soft skills“ auch zu einer Aufgabe für Coaches gemacht, was sie nun den Supervisoren ähnlicher macht.

Es gibt also auf beiden Seiten Annäherungen: Die Deutsche Gesellschaft für Supervision hat in den vergangenen Jahren nicht wenig Energie darauf gerichtet, das Format Supervision auch in Wirtschaftsunternehmen zu etablieren. Das ist mal besser, mal schlechter gelungen, auf das Ganze gesehen aber bleibt es gleichwohl dabei, dass Supervision im Kontext von Wirtschaftsunternehmen Schwierigkeiten hat, anschlussfähig zu sein. Dieses Akzeptanzproblem hat seinen Grund darin, dass ManagerInnen eher Coaches suchen, deren „Kultur“ der ihren ähnlich ist. Grundvoraussetzung ist in jedem Fall, dass es sich um Coaches handelt, die auch eine betriebswirtschaftliche Perspektive einnehmen können und bei Themen wie Gewinnmaximierung, Effizienzsteigerung, Karriereplanung etc. nicht fremdeln. Die Ankopplung an Menschen, die in Wirtschaftsunternehmen Verantwortung tragen, ist allemal leichter für BeraterInnen, die selbst Erfahrungen in diesem Feld haben oder qua beruflicher Qualifikation z.B. als Psychologen akzeptiert sind. Das bedeutet keineswegs, dass die Begegnung mit „kulturfremden“ BeraterInnen nicht bereichernd sein könnte, aber der Schritt aus dem eigenen kulturellen Kontext heraus bedeutet zunächst eine zusätzliche Verunsicherung, deren Bewältigung – so oder so – weitere Energie erfordert. Umgekehrt würde es eine ähnliche Verunsicherung bedeuten, wenn ein versierter Businesscoach die Supervision eines Wohngruppenteams in der Behindertenarbeit übernähme. SupervisiorInnen und Coaches haben in der Mehrzahl sehr unterschiedliche Professionsbiographien, sie sind in unterschiedlichen Kulturen „aufgewachsen“. Interkulturelle Begegnungen sind spannend, dienen aber in den wenigsten Fällen den Zielen von Supervision bzw. Coaching.

Auf der anderen Seite ist das Beratungsformat Coaching inzwischen auch im Bereich der sozialen und kirchlichen Arbeit angekommen. Dabei hat es viele methodische Anreicherungen aus der Tradition der Supervision erhalten, ist aber als eigenes Format gleichwohl erkennbar geblieben. Coaching richtet sich auch im sozialen Bereich vor allem an Menschen mit Leitungs- und/oder Beratungsfunktionen, fokussiert deren professionelles Handeln im Kontext ihrer Organisation, unterstützt und entwickelt gezielt Führungskompetenz, reichert das fachliche Können durch weiteres Wissen und neue Perspektiven an und führt die „Dialoge über Freud und Leid im Beruf“, in denen Astrid Schreyögg eine zentrale Arbeitsweise des Coaching sieht. Auch im Feld der sozialen Arbeit ist Coaching ein zunehmend attraktives und nachgefragtes Format – gewiss nicht zuletzt deshalb, weil sich, nach einer Metapher von Michael Pohl, Coaching zu Supervision verhält wie eine wendige Yacht zu einem Luxusliner (2). Coaching und Supervision lassen sich mit Formulierungen von Pohl und Fallner so unterscheiden: Coaching zielt auf „Förderung der Potentiale zur Erreichung von selbstgesteckten Zielen im institutionellen Zusammenhang“, Supervision dagegen lässt sich beschreiben als „existentielle Klarlegungsarbeit im beruflichen Kontext“. Und das ist allemal ein Unterschied!

(1) (Heinz von Foerster, Zweitausend, in: Peter Bexte / Gereon Sievernich (Hrsg.), KERN. Gene, Hirne, Magma, Quarks: Innenansichten der Zukunft. Katalog zur Berliner Millenniumsausstellung “7 Hügel: Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts” S. 19-21)
(2) (Pohl, Fallner: Coaching mit System, S. 333)

Die Coachingverbände DGfC und DCV prüfen ihre Fusion

Kategorie:

Der Deutsche Coaching Verband e. V. (DCV) und die Deutsche Gesellschaft für Coaching e. V. (DGfC) haben in ihren jeweiligen Mitgliederversammlungen im März ohne Gegenstimmen beschlossen, die Fusion der beiden Verbände zu prüfen. Im Falle einer Fusion entstünde so der größte deutsche Coachingverband.

Hintergrund dieses Vorschlags ist die große und weiter wachsende Zahl von Coaching-Berufsverbänden in Deutschland. Neben den reinen Coachingverbänden, zu denen die DGfC und der DCV zählen, stehen Berufsverbände, die sich zusätzlich zu ihrem angestammten Feld (z.B. Supervision) auch für Coaching zuständig erklärt haben. „Ziel einer Fusion von DCV und DGfC ist es, die Kräfte zu bündeln und durch Wachstum auch Effizienzgewinne zu erzielen. Dies wird sowohl die berufspolitische Arbeit stärken, als auch den Service und Nutzen für die Mitglieder verbessern“, erklären Peter Schröder, 1. Vorsitzender der DGfC, und Lutz Salamon, Vorstandssprecher des DCV, übereinstimmend.
Die Mitglieder der Verbände sind sich sicher, dass die immer noch zunehmende Vielfalt der Coachingverbände sowohl für (potenzielle) Mitglieder als auch für Klienten verwirrend ist. Das Wachstum der Verbandsanzahl geht auf Kosten des Wachstums der einzelnen Verbände. Denn: Ein großer Anteil der Verbandsressourcen wird von der Selbstverwaltung verbraucht, Ressourcen für eine wahrnehmbare und wirksame berufspolitische Arbeit bleiben knapp.

Die Bedingungen für ein gleichberechtigtes Zusammenwachsen werden als günstig eingeschätzt. In den vergangenen Monaten wurde das gegenseitige Kennenlernen bereits gefördert, beispielsweise im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Regionaltreffen. „Wir wollen, dass unsere Mitglieder gut vorbereitet über eine Fusion beschließen können. Besonders wichtig ist uns, dass der Prüfprozess transparent und partizipativ verläuft“, betont Lutz Salamon. „Aus diesem Grund werden in beiden Verbänden entsprechende Fachgruppen gebildet.“

Weitere Informationen:
Peter Schröder, 1. Vorsitzender der DGfC, 0177–7 42 60 81, p.schroeder@coaching-dgfc.de
Lutz Salamon, Vorstandssprecher des DCV, 02058–9 12 91 05, lutz.salamon@coachingverband.org

DCV Mentoringprogramm beginnt im August

Kategorie:

Zum 1. August 2012 startet der DCV erneut sein einjähriges Mentoringprogramm zur Förderung von Nachwuchscoachs – Bewerbungen sind ab sofort möglich!

Mentoring ist ein Prozess, in dem der Mentor (Mentoring-Geber) die Karriere und die persönliche und fachliche Entwicklung seines Mentees (Mentoring-Nehmer) unterstützt. Ziel der ehrenamtlichen Unterstützung durch den Mentoren ist die Vermittlung von beruflichem wie persönlichen Erfahrungswissen. Der Mentee, der noch am Anfang seiner Coachkarriere steht, erhält dadurch einen besseren Einblick in die Berufswelt eines Coachs.

Bewerbungsprozess für Mentees (Mentoring-Nehmer):
Ordentliche und außerordentliche Mitglieder des DCV können sich als Mentee bewerben. Für ordentliche Mitglieder (DCV-zertifizierte Coachs), welche Vorrang für die Vergabe der Plätze genießen, entstehen für die Teilnahme Kosten in Höhe von 150 Euro. Für außerordentliche Mitglieder beträgt die Gebühr 500 Euro, wovon 200 Euro bei erfolgreicher Zertifizierung zum Coach (DCV) auf die Teilnahmegebühren gutgeschrieben werden.

Voraussetzung für die Teilnahme als außerordentliches Mitglied ist der Nachweis der Anmeldung zum Zertifizierungsverfahren. Die Bewerbung erfolgt schriftlich per E-Mail bis zum 1. Oktober 2012 mit einem Kurz-Profil und Angaben zur Qualifikation und Ausrichtung (methodisch, Zielgruppe etc.). Eine Aufnahmebestätigung erhalten die Mentees innerhalb von 4 bis 6 Wochen. Die Teilnahme am Programm ist einmalig, wobei sich Mentees für das Programm im Folgejahr erneut bewerben bzw. vormerken lassen können, wenn alle Plätze bereits belegt sind.

Bewerbungsprozess für Mentoren (Mentoring-Geber):
Seniorcoachs (DCV), Lehrcoachs (DCV) oder zertifizierte Coachs des DCV mit entsprechenden Voraussetzungen (entsprechend den Regelungen für die Zertifizierung als Seniorcoach) können sich jederzeit schriftlich per E-Mail als Mentor bewerben.

Weitere Informationen finden Sie im PDF.

AnhangGröße
dcv_mentoringprogramm_2012-07-10.pdf112.84 KB

DCV Gründerzeit - Kongress für Coachs, 14.-15.7. in Köln

Kategorie:

Erfolgreicher Marketing und Vertrieb für Coachs ist Schwerpunkt des zweitägigen Kongress „DCV-Gründerzeit“, die der Deutsche Coaching Verband DCV e. V. vom 14. bis 15. Juli 2011 in Köln veranstaltet.

Mit dem Kongress wendet sich der DCV speziell an Coachs, die sich vor kurzem haupt- oder nebenberuflich als Coach selbstständig gemacht oder dies für die nahe Zukunft planen.
In Experten-Vorträgen und praxisorientierten Workshops erfahren die Besucher im interaktiven Austausch mit etablierten Profis am Markt, wie sie die Weichen für ihre erfolgreiche Selbstständigkeit stellen. Sie erhalten zielgerichtete, passgenaue Antworten auf die Fragen, die in der Gründungsphase beschäftigen.

Der DCV veranstaltet seine Existenzgründertage seit 2008 bereits zum vierten Mal in Folge. Unter dem Motto „Qualität von Anfang an“ ist das Fördern des Coach-Nachwuchs eines der Verbandsziele.

Für Schnellentschlossene gelten besonders attraktive Buchungskonditionen:
Bei Buchung bis zum 15.05.2011 erhalten die Teilnehmer einen Frühbucherrabatt von 50,00 Euro.
Teilnehmer, die sich im Anschluss an die Gründertage zu einer Mitgliedschaft im DCV entscheiden, zahlen erst ab 2012 den Mitgliedsbeitrag.

AnhangGröße
dcv_gruenderzeit_2011-07-14_einladung_2011-06-07.pdf301.98 KB

Jahresfortbildung 2011: Gewaltfreie Kommunikation & Coaching am 2.-3.10. in Frankfurt am Main

Kategorie:

Im Rahmen der DCV-Jahresfortbildung wird Referent Herbert H. Warmbier die „Gewaltfreie Kommunikation“ speziell auf die Erfahrungen und Anforderungen der Teilnehmergruppe „Coachs“ abstimmen.

Inhalte:
 Einführung und erste Erfahrungen mit der Gewaltfreien Kommunikation
 Anwendung des Ansatzes auf Beratungs- und Begleitungskontexte
 Praxis einiger Beratungsformate, die auf der GFK basieren
 Anwendung auf Fragen des Selbstmanagement als Coach und Berater.

Anmeldung: Für Mitglieder 390,00 Euro, für Gäste 490,00 Euro, darin sind die Teilnehmerunterlagen sowie die Tagespauschale enthalten.
Anmeldungen bitte an die Geschäftsstelle.

Mitgliederversammlung 2011: am 8.-9.4. in Witten

Kategorie:

Die nächste Mitgliederversammlung wird in der Zeit vom 8.-9.4.2011 in Witten bei Dortmund stattfinden. Weitere Informationen folgen.